ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom), ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom)

Das klinisch-psychologische Gutachten für ADS und ADHS
Die Diagnostik erfolgt nach der aktuellen Fassung des internationalen Diagnosemanuals ICD, derzeit ICD 11. Die Leitsymptome für ADS sind:
- Aufmerksamkeitsstörung – es fällt schwer, die Konzentration aufrecht zu halten; stärkere Ablenkbarkeit
- Mangelnde Impulskontrolle – Neigung zu emotionalen Ausbrüchen oder Wutanfällen; distanzloses und regelwidriges Verhalten
- Motorische Unruhe – starker Bewegungsdrang, längeres Sitzen ist oft nicht möglich (nur bei ADHS)
Das Verhalten darf sich nicht nur in einem Lebensbereich zeigen und sollte schon vor dem 7. Lebensjahr auftreten. Daher ist eine sorgfältige Anamnese unbedingt notwendig. Neben verschiedenen Konzentrationstests, die speziell für AD(H)S entwickelt wurden, werden Fragebögen für Eltern und Lehrer, Vorgesetzte oder Lebenspartner eingesetzt. Schließlich wird auch ein IQ-Test durchgeführt, um mögliche Über- oder Unterforderung in Schule oder Beruf abzugrenzen. Leider wächst sich AD(H)S nicht aus und führt zumeist zu weiteren Problemen wie emotionale Störungen, soziale Störungen, Lese- und Rechtschreibproblemen oder anderen schulischen oder beruflichen Schwierigkeiten.
Wichtig: Bei Vorlegen des klinisch-psychologischen Gutachtens in der Schule kann im Rahmen des NACHTEILSAUSGLEICHS eine Erleichterung bei der Leistungserbringung gewährt werden.
Die klinisch-psychologische Behandlung bei AD(H)S
Das Training beinhaltet in erster Linie die gezielte Förderung von Konzentration und Aufmerksamkeit mit strukturierten Programmen. Ein anfangs eher streng geregelter Tagesablauf kann sehr hilfreich sein. Weiters dienen Entspannungstrainings einer besseren Verhaltensregulierung. Der Aufbau und die Förderung des inneren Dialogs zur Handlungsplanung ist ein weiterer Baustein. Sportliche Ertüchtigung kann die Erkrankung äußerst positiv beeinflussen und gilt als wesentliche „Hausübung“ in der Behandlung. Mentale Maßnahmen sind manchmal notwendig, um das Selbstvertrauen zu stärken, und tragen zum Aufbau eines Freundeskreises bei. Auch Ernährungsmaßnahmen können hilfreich sein, hier haben sich Ω3-Fettsäuren besonders bewährt. Die Fokussierung auf persönliche Stärken wie zum Beispiel Spontanität, Emotionalität, Lebenskraft, Entscheidungsfreude und Unternehmungslust tragen zur positiven Entwicklung entscheidend bei. Ein klares schulisches oder berufliches Ziel fördert die Motivation.